Der Mensch ist, was er isst. Ein Weckruf zum Umdenken.

show-alles-184Wenn ich aus meinem Garten in den Wald gehe, entsteht bei mir oft das Gefühl von einem geschützten und dabei kontrollierten Bereich in einen wilden und damit auch archaischen Raum zu betreten. Ein Raum, der dem Menschen nicht untertan ist und in dem er eigentlich ein Lebewesen wie alle anderen ist. Natürlich ist der Wald kein Naturraum mehr, der Mensch hat durch seine Nutzung der natürlichen Ressourcen alles verändert und, wie er glaubt, untertan gemacht. Das gilt auch für die anderen Lebewesen, für die der Mensch automatisch diese Maxime auch anwendet auch wenn es diese das Leben kostet. Um den Gedanken weiterzuführen, muss man jetzt fragen, ob diese verbrauchende Nutzung ein archetypisches oder kulturelles, somit erlerntes Verhalten ist.

Wissenschaftler erklären, dass die Jagd, also andere Lebewesen zu töten, und die damit verbundene Zufuhr von hochwertigem Eiweiß die Entwicklung zum dominierenden Homo sapiens erst ermöglicht haben soll, andere sehen in der Sesshaftwerdung und der damit verbundenen Domestizierung und Nutzung von Tieren den entscheidenden Durchbruch für die Ausbreitung der menschlichen Spezies.

Fest steht, dass der Mensch als Allesfresser angelegt ist, er ist also auf keine spezielle Nahrung festgelegt und ist frei in der Entscheidung, was er isst. Lassen wir ökonomische Gründe, die den Konsum von Fleisch nicht erlauben, erst mal zur Seite.

Betrachten wir die mannigfachen religiösen Vorschriften, die Einfluss auf das Essverhalten nehmen. Kein Schweinefleisch, kein Rindfleisch, die Vorschriften für koscheres Essen (Auseinanderhalten von Fleisch und Milch), Verbot des Verzehrs von Raubvögeln und Blut, von Fröschen oder nicht geschächteten Tieren, kein Essen von Tieren, Verbot von Alkohol, Fasten, grundsätzliche Empfehlung von Mäßigung. Das letztere ist wohl das Gebot, das in allen kulturellen Umfeldern am meisten umgangen wurde, Völlerei gab es immer. Manche der Vorschriften haben ihre Ursachen in der Gesundheitsvorsorge für die Religionsangehörigen und sind über die Jahrhunderte tradiert. Sie dienten nicht zuletzt auch zur Unterscheidung von Bevölkerungsgruppen und Förderung der damit verbundenen Gruppenidentität. Die Befolgung der Vorschriften ist immer von dem Grad der Religiosität abhängig, relativiert durch das soziale Umfeld, das zumindest die vordergründige Einhaltung der Regeln als Merkmal der Gruppenzugehörigkeit befördert. Weiterlesen

Advertisements